für Tag- und Nachtzeiten

Durch längere Belichtungs-Zeiten werden Bewegungen nicht mehr kontraststark eingefroren, sondern zeigen eine gewünschte Unschärfe (blur) und wirken verwaschen.

Da hierzu eine längere Belichtungs-Zeit gewählt werden muss, würden die Fotos ohne Zusatz-Filter hoffnungslos überbelichtet.

Hier kommen jetzt sogenannte Neutral Density filters (ND-Filter) zum Einsatz, die entsprechend einer Sonnenbrille eine exakt berechenbare Verdunkelung vornehmen. Als Ergebnis hat man ein sehr gut ausgeleuchtetes Foto mit den gewünschten Unschärfen.

Natürlich ist zunächst ISO auf den kleinstmöglichen Wert zu setzen.

In engen Bereichen könnte es schon ausreichend sein, zusätzlich die Blende zu schließen (z.B. f/22 oder weniger). Die Blende beeinflusst aber im Wesentlichen die Schärfentiefe.

Wenn mit Blende f/4 die richtige Schärfentiefe erzielt wird, man aber f/22 benötigt hätte, muss man für 15 Blendenstufen das Licht „entfernen“.

Voraussetzung ist – erwartungsgemäß – ein stabiles Stativ.

  • Vorgehensweise
    • Für die Scharfeinstellung benötigt man noch maximales Licht.
    • Mit der Automatik wird auf den Fokal-Punkt (ein Drittel des Gesamtbereiches) fokussiert. Danach wird auf den manuellen Modus umgeschaltet. Wenn es dunkel wird, kann sonst der richtige Fokus nicht mehr gefunden werden.
    • Nach Einstellung von Blende und ISO wird der ND-Filter angebracht. Hierbei darf der Fokusring nicht bewegt werden.
    • Die Belichtungszeit ist vorher zu berechnen. (Hier hilft u.a. de kostenlose APP Lee´s Stepper Exposure Guide. Bei einem ND10-Filter kommt man mit 10 Stops von 1/15s auf 1m. Bei einer 1/125s kommt man immerhin noch auf 8s.
    • Wenn die App mehr als 30s berechnet, muss der Bulb Mode aktiviert werden. Die App stellt eine Stoppuhr zur Verfügung und zeigt den Zeitablauf durch ein Ton-Signal an.
  • Grundsätzlich sollte man einen Fernauslöser benutzen.
  • Es ist auch zwingend darauf zu achten, dass kein zusätzliches Licht auf den Sensor trifft.
  • Langzeit-Belichtungen sind echte Batterie-Killer. Es ist daher auf ausreichenden Ladezustand und Reserven zu achten.

 

 

 

 

Es gibt eine Vielzahl von Motiven, die für Langzeitbelichtung geeignet sind.

  • Wasser
  • Wolken
  • Verkehr
  • Menschenströme
  • ..
  •  

Beispiel: Wasserfall

Dieses Beispiel ist sehr gut geeignet, da sich nur ein Teil des Bildinhaltes in Bewegung befindet und der Rest statisch bleibt.

Die Blende des Objektivs war fest vorgegeben. Die Belichtungszeit wurde manuell eingestellt und der ISO-Wert wurde automatisch ermittelt, wobei dieser bei ISO3200 begrenzt wurde.

Bei Bedarf wurde ein ND-Filter (1000x) verwendet.

Die Bildunterschrift ist Belichtungszeit // ISO

1/100sec // ISO 2000

1/60sec // ISO 3200

1/40sec // ISO 1000

1/5sec // ISO 100

4sec / ISO 3200

10sec / ISO 2500

25sec / ISO 1250

Bei manchen dieser Fotos mit ND-Filter musste die Helligkeit noch nachjustiert werden.

Ohne Filter würde man mit 25/1000sec = 1/40sec dieselbe Lichtleistung haben, allerdings – siehe oben – keinen schönen Verlauf.

Beispiel: Wasserrad

Hier sieht man die Effekte am Wasser und am drehenden Rad. Die Scharfstellung konnte hier an der statistischen Blechverkleidung ausgerichtet werden.

1/8sec // ISO 100

0,4sec // ISO 100

15sec /ISO 100

20sec // ISO 100

25sec // ISO 250

30sec // ISO 1600

An diesem Beispiel sieht man auch deutlich, dass – natürlich abhängig vom Motiv – der Effekt einer längeren Belichtungsdauer ab 15 oder 20 Sekunden nicht mehr sichtbar ist.

Bei einem anderen Bildausschnitt kann sich dies natürlich ändern.