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Das Arbeiten mit Masken

Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich den ersten Einstieg gefunden hatte, obwohl ich Literatur zu Affinity allgemein und auch Youtube-Filme zum Arbeiten mit Masken am iPAD gesehen hatte.. Wie ein Kommissar, der auf der Suche nach einem versteckten Hinweis die Aufzeichnung einer Überwachungskamera immer und immer wieder angeschaut habe, hatte ich trotz YOUTUBE Film Dutzende Anläufe bis zum ersten Erfolg. Einige der Schritte kann ich nicht begründen; ohne diese Schritte zu diesem Zeitpunkt und mit der angegebenen Einstellung funktioniert es aber nicht.

Was sind Masken und warum haben sie eine so große Bedeutung?

Ganz konkret ist eine „Maske“ ein Loch in einem Foto oder der ausgeschnittene Inhalt des Lochs. Dieses Loch oder der so entstandene Ausschnitt kann jede beliebige Form und Größe habe. Jeder dieser Ausschnitte kann in beliebiger Reihenfolge übereinander gelegt werden.

Jeder kennt Collagen wo Teile von Bildern aus Zeitschriften ausgeschnitten und zusammen geklebt werden. Man kann ein identisches Ergebnis erzielen, wenn man durch Ausschnitte das Bild von einer Ebene tiefer um eine Ebene nach oben wandern lässt. Die Anzahl der Ebenen übereinander ist beliebig. Damit aber ein Inhalt von einem Bild sichtbar sein soll, welches ganz unten liegt, muss auf allen Ebenen ein mindestens ausreichender Ausschnitt vorliegen.

Ausschnitte können einfache geometrische Formen sein, einfache Konturen wie ein Wolkenband oder komplexe Strukturen, wie z.B. eine filigrane Pflanze.

Ausschnitte können Freiraum zur Anzeige unterer Ebenen bieten oder eigenständig als freigestellte Bilder woanders eingesetzt werden. Freistellungen werden aber gesondert behandelt.

Einfache Masken auf farbigen Flächen

Dieses Beispiel zeigt das Prinzip und die Arbeitsschritte, weist aber keine zusätzlichen Komplikationen auf.

Zunächst legt man im Affinity-Startbild über „+“ ein neues Dokument an.

Bild

Wählt man den Typ „Web“ reduzieren sich die Abmessungen auf Bildschirm-Größe, was über <OK> bestätigt werden kann.

Natürlich kann auch manuell die Größe eingestellt werden. Wenn man mit „echten“ Fotos arbeitet, ist dies relevant, für uns jetzt nicht.

Am rechten Rand das zweite Symbol von oben verwaltet die Ebenen, von denen ich im Vorspann gesprochen hatte und ist daher sehr häufig zu benutzen.

Wir klicken auf das <+> und wählen eine „Neue Füllungsebene“ aus. Wir nehmen quasi ein weißes Blatt Papier mit den vorher festgelegten Maßen und legen dies auf den Tisch.

Dieses Blatt wollen wir nun einfärben. Dazu nochmals auf das Ebenen-Symbol und – falls noch nicht geschehen – die zu bearbeitende Ebene anklicken, d.h. der Text „Füllung unbekannt wird unterlegt“. Das Feld rechts davon sollte leer sein, d.h. kein Haken.

Dann wählt man das Farbrad (unterhalb der Ebenenverwaltung) und dort eine Farbe, indem man den Punkt in der Mitte verschiebt und dann anklickt.

Hier beginnt die erste Irritation, mit der man Stunden verbringen kann: die Fläche bleibt weiß.

Sie wird aber nur weiß angezeigt, da die Ebene noch nicht sichtbar war. Setzt man den Haken in der Ebenenverwaltung, sieht man auch die Farbe.

Um die Wirksamkeit später darstellen zu können, versehen wir jedes Bild mit einer Ziffer (1-4), die umlaufend in die Ecke geschrieben wird, beginnend mit links oben und dann weiter im Uhrzeigersinn.

Für die Ziffer wählen wir jeweils eine Ebene und schreiben die Ziffer mit  dem Pinsel (links unterhalb des Hauptmenüs Affinity durch Klick auf das symbol oben) und dann eine markante Farbe.

Danach  sieht die Ebenenverwaltung bei Auswahl aller Ebenen z.B. so aus; man sieht also, dass neue Ebenen nach oben gelegt werden.

Bild

Aktuell weiß ich noch nicht, warum eine andere Farbe entsteht, wenn man die Ziffer direkt auf die Füllung-Ebene malt.

Wenn man vier Blätter farbiges Papier übereinander legt, sieht man – wie hier – auch nur die Farbe des obersten Blattes. Wenn Sie das oberste Blatt durch Entfernen des Hakens „unsichtbar“ machen, sehen Sie die Farbe des zweiten Bildes.

Neue Maskierung-Ebene:

Da bei Bedarf alle Schritte wieder zurückgenommen werden sollen, schneiden wir keine Löcher in das Original-Papier, sondern legen eine  „Maskierung-Ebene“ pro Ebene an, auf der wir markieren können, wo dieses Blatt durchsichtig sein soll.

Zunächst entfernen wir den Haken zur obersten Ebene. Die zweite Ebene (Ziffer 3) wird angezeigt. Hierauf wird der Cursor gelegt (Feld wird grau unterlegt).

Hierzu wählen wir durch einen Klick die gewünschte Ebene aus, drücken aus das Symbol mit dem dicken schwarzen Punkt und wählen „Neue Maskierungsebene“.

Bild

Danach müssen wir erneut die Ebenenverwaltung öffnen.

Neben dem Symbol für die Ebene sehen wir nun ein System für die Maske. Wir klicken auf den Pfeil und die Maske erhält eine eigene Reihe. Hierdurch kann sie auch durch einen Klick individuell zur Bearbeitung geöffnet werden. Die Maskierung-Ebene sollte jetzt grau unterlegt sein.

Kanal-Wahl

Was ich jetzt beschreiben, kann ich nicht erklären. Es ist halt.

Das Kanal-Menu (sieht aus wie ein Equalizer-Symbol) ist zu wählen. Auf den Eintrag „Ebene Maske Alpha“ klicken (auf die drei Punkte) und dann auf „Invertieren“.

Wichtig ist, dass dies für jede Maske gesondert erfolgen muss.

Hierdurch ist jetzt alles von dem ausgewählten Blatt unsichtbar. Folgerichtig sieht man nur das komplette Blatt darunter (das mit der 2).

Weiß = Unsichtbar; Schwarz = Sichtbar

Auf die Stellen, die man weiß übermalt, erscheint das von der Maske darüber.

Oben links wählt man das Affinity-Symbol und links dann den Pinsel. Unten erscheint eine weitere Auswahl für die Pinsel-Größe und die Farbe. Klickt man auf die Farbe, erscheint das Farbrad und man wählt weiß.

Am einfachsten geht dies, wenn man auf die Farbe klickt und oben an Stelle von <Farbrad> <RGB-Schieber> wählt. Alles nach rechts ergibt weiß, alles nach links ergibt schwarz.

Danach „setzt“ man den Pinsel auf die farbige Fläche und man sieht eine andere Farbe; und zwar die Farbe von dem Blatt d.h, der Ebene darüber. Sieht man keine andere Fläche, hat man ggf. den „Sichtbarkeits“-Haken hinter der Ebene die zur Maske gehört vergessen.

Auf der Ebene 3 hatte wir eine Maskierung-Ebene eingerichtet und die Investierung aktiviert, wodurch wir nur die Ebene 2 sahen.

Durch die Verwendung des weißen Pinsels wird nun an den markierten Stellen der Inhalt der Maskierungsebene auf die Füllungsebene gelegt.

Wenn wir hier die drei Ecken ohne Ziffer ausmalen sehen wir die Farbe und unten rechts die „3“.

Bild

Die anderen Ecken stören jetzt.

D.h. wir wählen die Farbe schwarz und übermalen diese Stellen. Dadurch wird die Auswahl aus der aktuellen Markierungs-Ebene wieder unsichtbar.

Leider nehmen diese Stellen jetzt die Farbe der Ziffer an. Ich weiß nicht wieso.

Wählt man nun über das Ebenen-Menü eine Ebene höher (hier die 4) , erstellt eine Maskierungs-Ebene und stellt die Investierung ein, sieht man die 2 und die 3, die entsprechend der Maskierung auf die 2 aufgelegt wurde.

Mit weißer Farbe legen wir jetzt als von der Ebene 4 auf die Ebene 2 auf. Da die Ebene 2 noch keine Maskierungs-Ebene enthält, ist sie ja noch zu 100% sichtbar.

Wir malen unten links uns sehen somit die 4.

Jetzt erstellen wir zu Ebene 2 eine Maskierungs-Ebene und starten die Invertierung.

Wenn man alles verstanden hätte, müsste klar sein, was jetzt passiert. (Ich selber musste mich aber auch überraschen lassen).

Durch die Investierung wurde die Ebene 2 unsichtbar. Wir sehen somit die Ebene 1, die vorher vollständig von 2 überdeckt war, und darauf die Maskierungs-Ausschnitte mit den Ziffern von 3 und 4.

Die 2 sehen wir nicht mehr, da ja die Ebene nicht mehr sichtbar ist.

Malen wir mit weißer Farbe oben rechts, wird auch dieser Teil mit der Ziffer unserer Collage hinzugefügt.

Bild

Wählt man als Farbe jetzt schwarz, werden Stellen wieder „unsichtbar“, d.h. die Farbe des jeweiligen Blattes überlagert die Farbe der darunter liegenden Ebene.

Da ich mich aktuell auf der Maskierung-Ebene zu 2 befinde, kann ich auch nur dort ändern. Für die anderen Ziffern müsste ich die Maskierung-Ebene wechseln.

Dies wirkte jetzt – zumindest für mich – recht kompliziert. Das Arbeiten mit Ebenen und Masken ist aber die Grundlagen für eine fortgeschrittene Bildbearbeitung.

Wichtig ist, dass man auf jeder Ebene isoliert alle Methoden anwenden und Einstellungen ändern kann, ohne die anderen Ebenen zu beeinflussen.


Beispiel mit Fotos:

Am einfachsten ist dies darstellbar, wenn man ein Foto in unterschiedlichen Bereichen unterschiedlich verändert.

Ich wählte hierfür aus meinem Affinity-Bilder-Vorrat ein Bild von einem Fachwerkhaus durch einen einfachen Doppel-Klick.

Dann wird hiervon über <…> und <Duplizieren> eine identische Kopie erstellt.

Über das Ebenen-Menü sieht man jetzt zwei identische Bilder zur Auswahl.

Eines ist jetzt mit dem Cursor zu wählen und das Histogram-Menue (oben links, das zweite von rechts) zu öffnen. Unten finden wir den Schieberegler für die Bildtemperatur.

Für das eine Bild schieben wir den Regler ganz nach rechts, wählen das andere Bild und schieben den Regler ganz nach links.

Eines der Bilder hat nun extrem warme und das andere extrem kalte Farben.

Dann geht es erneut auf das Ebenen-Menu und zum oberen Bild wird eine Maskenebene hinzugefügt, auf diese positioniert und Maske Alpha invertiert.

Das gesamte Foto ist somit unsichtbar und das Foto darunter – wenn der Haken gesetzt wurde – sichtbar.

Da es sich um identische Fotos handelt, kommt durch Einsatz des weißen Pinsels an der jeweiligen Stelle die kalte oder warme Variante zum Vorschein. Damit man den Effekt gut sehen kann, habe ich nur einzelne Ballken übermalt.

Bild

YouTube zu Maske layer

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