ACR (Adobe Camera RAW) ist ein Bildbearbeitung-Tool, welches nicht nur von Photoshop CC sondern auch von Bridge direkt aufgerufen werden kann.

Dennoch ist es Teil des Lieferumfanges der Abonemment-Paketes und nicht im kostenlosen BRIDGE-Tool ohne das Abo einsetzbar.

Bei der Kaufversion ELEMENTS wird es für die RAW-Konvertierung vorgeschaltet. Wer mit BRIDGE ein RAW-Format öffnet, kommt direkt in dieses Programm. Dies geht aber auch aus dem FINDER direkt. 

ACR (Adobe Camera RAW) konvertiert das RAW-Format und nimmt grundsätzliche Veränderungen (Helligkeit, Kontrast, Sättigung etc.) vor. Will man allerdings zerstörungsfrei mit Ebenen,Masken,Plugins und den vielfältigen Spezialfunktionen arbeiten, muss man Photoshop einsetzen.

 

Vergleich der Basiskorrekturen in ACR und in ELEMENTS:



In ACR wird – je nach Einstellung –  sofort mit den Automatik-Parametern umgewandelt oder nicht.

Hier mit Automatik,

Weißabgleich auf 6800; Kontrast +6; Lichter -68; Tiefen +55; Weiß +50; Schwarz -11; Klarheit +33; Dynamik +20; Sättigung +4

danach in ELEMENTS geöffnet und als JPG gespeichert.

Weißabgleich, „wie Kamera“ und so auf 5100

Alle anderen Werte auf Null

Auf Basis des Standards (alle Werte = Null) und Weißabgleich wie Kamera in ELEMENTS geöffnet und nach „intelligenter Korrektur“ gespeichert.



Nochmal wie oben, d.h. Automatik in ACR

In ACR nur den automatischen Weißabgleich, alles andere auf Null und dann Automatik in ELEMENTS.

Wie links und in ELEMENTS dann angepasst:

Tiefen aufhellen 55%; Lichter abdunkeln 68%; Mittelton-Kontrast (Klarheit in ACR) +33%; Helligkeit (Belichtung in ACR) + 16; Kontrast +6; Sättigung +4

Die Regler sind offensichtlich nicht vergleichbar.

Es ist ganz offensichtlich:

Die erste Einstellung ist der Weißabgleich in ACR.

Alle Funktionalitäten sind auch im JPG-Format möglich, da aber bereits Bildinformationen durch Komprimierung vernichtet wurden, sind die Gestaltungsoptionen geringer.

Grundsätzliche und Globale Änderungen:

  • Import nach DNG

Wird beim Import die SD-Karte der Kamera ausgelesen, sollte direkt in das DNG-Format und den Farbraum sRGB konvertiert werden. (Wer sich im professionellen oder semi-professionellen Umfeld bewegt, arbeitet bestimmt anders, liest aber auch nicht diese Seiten.)

  • Objektivkorrektur

Grundsätzlich darf man davon ausgehen, dass jede Linse eine optische Verzerrung und chromatische Abberationen hervorruft. Man wählt das Icon für (sieht aus, wie die Schnitt-Zeichnung eines Objektivs) Über wird das erkannte Objektiv angezeigt und könnte geändert werden. Mit werden beide Anpassungen durchgeführt.

Bei Photoshop ELEMENTS gehört dies aber nicht zum Leistungsumfang. 

Hier muss man „manuell“ gebogene Linien und Vignetten entfernen. Dies geht über <Filter> und <Kamera-Verzerrungen> korrigieren.

Dies eignet sich auch für interessante, geplante Veränderungen.

  • Begradigung

Grundsätzlich erwarten alle, die ein Foto beurteilen, dass der Horizont und Linien von Gebäuden gerade sind. In ACR findet man oben im Menu („Toolbar“) die Wasserwaage. Dann klickt man auf den linken Punkt der zu begradigenden Linie und zieht bis zum rechten Punkt. Nachdem man den Cursor losgelassen hat, ergibt sich ein schiefes Bild mit gerader Linie, welches noch sauber ausgerichtet wird.

An den Ecken fehlt dann etwas „Original-Bild“, dies wird vom System dann auf Basis der Umgebung maschinell generiert.

Wenn das Ergebnis stört, muss ein kleinerer Ausschnitt gewählt werden.

Zwischenstände sichern

ACR arbeitet nicht mit Ebenen und alle protokollierten Einzelschritte gehen mit dem Speichern verloren. 

Man sollte sich aber auch klarmachen, dass hier eigentlich die Arbeit durchgeführt wird, die in der Kamera maschinell passieren würde, wenn man im JPG- und nicht im RAW-Format speichern würde.

Die meisten Änderungen – außer dem Weißabgleich – kann man auch in ELEMENTS mit Änderungs-Ebenen und somit non-destruktiv durchführen.

  • globale Einstellungen für das gesamte Bild

Die gezeigte Darstellung stammt aus der Abo-Version von Photoshop. Bei Elements hat man viele der Funktionen nicht.

Hier werden nur die Funktionen in ELEMENTS beschrieben.

Über das erste Symbol links (Blende = ) können Anpassungen vorgenommen werden, die für das gesamte Bild gelten. Hierzu zählen u.a. Weißabgleich, Kontrast, Helligkeit etc. etc.

Über die „Striche neben Grundeinstellung“ könnte man auf den Standard zurücksetzen, oder die letzte Konvertierung verwenden. Wenn man viele vergleichbare Bilder hat, spart man sich hierdurch eine Menge Arbeit.

Da ich selber hier immer zu Übertreibungen neige, empfehle ich mir selber, jede Einstellung um 10% zu reduzieren.

Hierunter fällt auch die Anpassung aufgrund von Warnmeldungen des Histogramms. Wenn man die beiden Ecken oben so markiert, dass die Umrandung angezeigt wird, sieht man zu helle (ausgebrannte) Stellen in rot und die zu dunklen ohne Bildinformation in blau und kann entsprechend justieren.

„Dunst entfernen“ ist in ELEMENTS aber nicht in ACR enthalten. 



In ELEMENTS gibt es diese drei Optionen.

Die dritte Option „Film“ habe ich nicht gezeigt. Hier kann man mit alten Programmversionen arbeiten.

Interessanter ist das Menü hinter den parallelen Strichen, da hier z.B. die Einstellung von der letzten RAW-Konvertierung übernommen werden kann.

Die Parameter sollten von oben nach unten abgearbeitet werden und immer mit der Vorher-Nachher-Sicht. 

Teilweise müssen Schritte wiederholt werden. Eine Erhöhung des Kontrastes benötigt z.B. mehr Licht.

Sättigung von Farben ist für den Druck sehr wichtig, da übersättigte Farben flach und detaillos wirkenFür Online ist die Farbsättigung dagegen nicht so wichtigEs ist wichtig, dass man den Unterschied zwischen druckbaren und nicht-druckbaren Farben kennt 

  • Farbe / SW
    • Der Wechsel sollte hier nur informativ sein und bei Bedarf in ELEMENTS erfolgen
  • Profile
    • Hier könnte man mit vorgefertigten Setups arbeiten, die man über die vier Kacheln auswählen kann
  • Weißabgleich mit Farbtemperatur und Farbton
  • Automatisch / Standard
    • Jede gewählte Kombination aus den Reglern kann als RAW-Standard festgelegt werden (siehe Menu 3 oben)
    • Leider gibt es keine verschiedenen Standards mit unterschiedlichen Namen
    • Mit Automatik optimiert das System selber. Meistens ergibt sich hier eine gute Ausgangsposition.
  • Belichtung
    • das gesamte Bild erhält mehr Licht und das Histogram bewegt sich nach rechts
    • hierdurch werden mehr Details sichtbar
    • Durch Ausbrennen können aber auch Details verschwinden. Daher die Warnung im Histogram beachten.
    • Im Histogram sollten die Pfeile oben rechts und links die Farbe Weiß und nicht Schwarz haben. In diesem Falle zeigen sie eine Tiefenabschneidung (Blau) und eine Höhenabschneidung (Rot) an und man kann erkennen, wo Bildinformationen verloren gehen.
  • Lichter
    • korrigiert Höhenabschneidungen
    • behandelt nur die hellsten Stellen (ggf. die, die ausgebrannt sind)
    • Nur der Teil ganz rechts verändert sich im Histogramm
  • Tiefen
    • korrigiert Tiefenabschneidungen 
    • nur die extrem dunklen Stellen 
  • Schwarz / Weiss
    • hier geht es nur um die Extremwerte
    • hier wird das hellste Weiß und das dunkelste Schwarz im Bild festgelegt 
    • entspricht Tonwerte-Korrektur in ELEMENTS
  • Klarheit
    • erhöht den Mittenkontrast
    • es gibt bessere Texturen (z.B. beim Haar) und Details sind besser sichtbar
    • Es ist immer mit der Lupenfunktion zu arbeiten, da hierdurch das Rauschen verstärkt wird
    • Negativ-Werte machen das Bild sanfter
  • Dynamik
    • schwache Farben werden verstärkt, ohne die schon satten Farben zu übersättigen
  • Sättigung
    • im Gegensatz zu Dynamik wird hier jede Sättigung beeinflusst
    • eine Wert -100 erzeugt ein Graustufen-Bild
    • zu intensive Farben führen zu schlechten Druckergebnissen

 

Jetzt könnte das Ganze zum Abschluss neben DNG auch noch als JPG gespeichert werden.

Oder man wechselt mit nach Photoshop für weitere Anpassungen, Filter und Plugins.

Speichert man mit <Fertig> wird die geöffnete Datei im gleichen Format überschrieben.

Wählt man <Bild speichern> erstellt man eine Kopie. Man kann den Namen und Speicherort, das Format und auch je nach Format auch die Auflösung verändern.

Ein JPG als DNG abzuspeichern, ist zwar möglich, führt aber zu Lesefehlern.

Bei Bedarf, z.B. wenn die Auflösung auf 300dpi erhöht werden soll, kann ein JPG auch als PSD abgespeichert werden, wodurch aber die Größe von z.B. 2MB auf 72MB ansteigt.